Biberanlage im Biosphaerium Elbtalaue

Acht in einer Burg - Anfang Juni haben die Biber im Biosphaerium erneut Nachwuchs bekommen

Über Nacht waren es auf einmal acht: Anfang Juni 2022 haben die beiden Biber im Biosphaerium Elbtalaue ein zweites Mal Nachwuchs bekommen. Waren es im letzten Jahr zwei Jungtiere, so gibt es in diesem Jahr gleich vier Biber-Babys zu beobachten. So leben in den nächsten Monaten nun gleich acht Biber in der Burg, die mit ihren beiden Höhlen, auch Wohnkessel genannt, ganz viel Platz bietet.

Anders als im vergangenen Jahr konnte der Geburtsvorgang in diesem Jahr direkt beobachtet werden: Zwei Mitarbeiterinnen erlebten die Geburt des zweiten und dritten Babys im Abstand von nur wenigen Minuten. Zwei bis drei Junge sind ja auch üblich bei Bibern, doch letztlich kamen sogar vier Tiere zur Welt. Und diese sind wirklich aktiv und unternehmungslustig – wenn sie nicht gerade miteinander oder mit ihren Eltern bzw. älteren Geschwistern kuscheln. Denn die beiden Geschwister, fast genau vor einem Jahr geboren, helfen schon fleißig mit bei der Betreuung der Kleinen.

Die mittlerweile acht Jahre alten Eltern haben also viel Unterstützung; schon in diesen ersten Tagen lässt sich gut beobachten, wie stark das Sozialverhalten bei Bibern ausgeprägt ist. In den nächsten zwei bis drei Monaten werden die Jungen noch gesäugt, fangen aber in einigen Wochen schon an, erste Blätter zu knabbern. In den ersten Wochen bleiben die Kleinen auch noch durchgehend in der Burg, zumal sie im Moment auch noch zu leicht wären, um eigenständig aus der Burg heraus zu tauchen. Dann geht es aber mit der Familie ins hohe Grün der Biberanlage. Und damit wird der Tierpfleger im Biosphaerium, Sven Schulze, auch noch mehr Zweige und Äste in die Futterhülsen im Außengelände zu stecken haben. Wie es sich aber mit Nachwuchs verhält, ob da kleine Jungs oder Mädels geboren wurden, das weiß auch er noch nicht: „Das Geschlecht lässt sich erst in einigen Monaten feststellen, wenn wir bei einer Routine-Untersuchung Haarproben nehmen werden“, so Sven Schulze, der die Biberanlage wie das Elbe-Aquarium im Biosphaerium seit elf Jahren betreut. Erst einmal bleiben alle acht Tiere gemeinsam in der Anlage. Wenn die Zeit dafür reif ist, dass die älteren Geschwister auf Wanderschaft gehen, wird für sie ein neues Zuhause gesucht – doch erst einmal steht für alle Besucherinnen und Besucher ein echter Bibersommer bevor.

  • Zwei der vier Biber-Jungen vor einem Elterntier

  • Papas Hinterpfote liegt zwischen zwei der jungen Biber

  • Zwei der vier Biber-Jungen zwischen beiden Elterntieren

Natürlich können Sie – zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Biber auch draußen in der Elbtalaue beobachten. Doch gemäß unserem Ansatz als Informationszentrum für das Biosphärenreservat, einen Blick „mehr“ in die Elbtalaue zu ermöglichen, erleben Sie den europäischen Biber bei uns live! Hier können Sie die Biber – je nach Tageszeit und Aktivität der Tiere – draußen in einer großzügig und artgerecht ausgestalteten Biberanlage oder in ihrer Biberburg beobachten.

Im Ausstellungsgebäude „Biberbau“ schauen Sie durch Glasscheiben in die Biberburg mit ihren beiden Wohnkesseln. Beim Betreten des Ausstellungsgebäudes tauchen Sie in eine biberburgähnliche Atmosphäre ein: Fußböden und Wände sind in Naturfarben gehalten bzw. mit Lehm verputzt. Beim Gang durch einen auf menschliche Größe gezogenen Biberkessel erzählen Töne und kurze Filme vom Biberleben. Auf einem Rundgang zur Lebensweise des Bibers erfahren Sie Wissenswertes zur Nahrung des Bibers, zu seinen Feinden, seinem Familienleben und zur Kulturgeschichte dieses Tieres der Flüsse und Auen.

Draußen in der Biberanlage lassen sich die Tiere sowohl vom Laubengang als auch von der Dachterrasse des Biberbaus beobachten. Der Blick fällt dabei auf die großzügige Wasser- und Landfläche der Anlage, die sich auf einer Gesamtfläche von fast 1.000 qm um den historischen Aussichtsturm schmiegt. So ergeben sich verschiedene Perspektiven, ohne Rückzugsmöglichkeiten vorzuenthalten. Schließlich wollen wir mittels dieser Tierbeobachtung bei unseren Besuchern auch Verständnis für die Bedürfnisse dieses Wildtieres wecken. Neben Krautpflanzen im Wasser und Gelände bieten wir den Bibern frische Gehölze in sogenannten Futterhülsen, die sie fällen und als Futter oder Einstreu nutzen.

Bei der Planung der Anlage und des Betriebes sind nicht nur allgemeine zoologische Erfahrungen eingeflossen. Insbesondere die ausgewiesenen Experten der Biberreferenzstelle des Landes Sachsen-Anhalt haben uns maßgeblich unterstützt, wofür wir auch an dieser Stelle unseren Dank aussprechen möchten.

  • Alt- und Jungtier im Wasserlauf

    Alt- und Jungtier im Wasserlauf
  • Jungtier im Wasser

    Jungtier im Wasser
  • Einfach mal abtauchen

    Einfach mal abtauchen
  • Alttier im seichten Wasser sitzend

    Alttier im seichten Wasser sitzend