Biberanlage im Biosphaerium Elbtalaue

Eine neue Biberburg für Meister Bockert im Biosphaerium

Nicht nur am Nordflügel des Schlosses Bleckede wird fleißig gearbeitet, auch die Biberburg im Biosphaerium Elbtalaue benötigte eine Runderneuerung. Acht Jahre lang trotzte diese Wind und Wetter. Nun war es an der Zeit, die alten verrotteten Baumstämme und Äste durch neues Holz zu ersetzen. Der städtische Bauhof in Bleckede übernahm diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit dem Tierpfleger des Biosphaeriums.

Eine niedrige Bruchsteinmauer als Uferbegrenzung entstand. Anschließend wurde der Kessel der Biberburg mit einer dicken Schicht aus zerkleinertem Wurzelholz, größeren Ästen und Holzstämmen abgedeckt. Kessel nennt sich die Schlafstätte der Biber im Inneren ihrer Burg. Dessen Zugang liegt unterhalb der Wasseroberfläche, um sich vor dem Eindringen möglicher Feinde zu schützen.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofs war das ein ungewöhnliches Projekt in ihrem Arbeitsalltag und eine echte Herausforderung, denn der Spezialist bei einer solchen Konstruktion bleibt nun mal Baumeister Bockert. „Die Burg sollte wieder für einige Jahre halten“, ist sich Alexandra Hoyer, Mitarbeiterin des Bauhofs, sicher. „Wir lernen dabei auch immer mehr dazu. Es ist schon eine beachtliche Leistung, was diese Tiere in der freien Natur vollbringen können und das ganz ohne Motorsäge, Bagger und andere Hilfsmittel.“

Mehr als sieben Kubikmeter Holz wurden verbaut. Die Stämme sind bis zu vier Meter lang. Wer sich ein Bild von der funkelnagelneuen Außenansicht der Biberburg machen möchte, steigt dafür am besten auf den 20 m hohen Aussichtsturm. Aber auch von der angrenzenden Dachterrasse hat man einen großartigen Blick auf die Außenanlage mit der Burg.

Auch die Biber scheinen zufrieden mit der Arbeit des Bauhof-Teams und haben sich inzwischen ihr Revier  zurückerobert. Zur feierlichen Einweihung spendierte das Team des Biosphaeriums den beiden Bibern eine extra Portion Rote Bete und natürlich leckere, frische Weidenzweige.

Natürlich können Sie – zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Biber auch draußen in der Elbtalaue beobachten. Doch gemäß unserem Ansatz als Informationszentrum für das Biosphärenreservat, einen Blick „mehr“ in die Elbtalaue zu ermöglichen, erleben Sie den europäischen Biber bei uns live! Hier können Sie die Biber – je nach Tageszeit und Aktivität der Tiere – draußen in einer großzügig und artgerecht ausgestalteten Biberanlage oder in ihrer Biberburg beobachten.

Im Ausstellungsgebäude „Biberbau“ schauen Sie durch Glasscheiben in die Biberburg mit ihren beiden Wohnkesseln. Beim Betreten des Ausstellungsgebäudes tauchen Sie in eine biberburgähnliche Atmosphäre ein: Fußböden und Wände sind in Naturfarben gehalten bzw. mit Lehm verputzt. Beim Gang durch einen auf menschliche Größe gezogenen Biberkessel erzählen Töne und kurze Filme vom Biberleben. Auf einem Rundgang zur Lebensweise des Bibers erfahren Sie Wissenswertes zur Nahrung des Bibers, zu seinen Feinden, seinem Familienleben und zur Kulturgeschichte dieses Tieres der Flüsse und Auen.

Draußen in der Biberanlage lassen sich die Tiere sowohl vom Laubengang als auch von der Dachterrasse des Biberbaus beobachten. Der Blick fällt dabei auf die großzügige Wasser- und Landfläche der Anlage, die sich auf einer Gesamtfläche von fast 1.000 qm um den historischen Aussichtsturm schmiegt. So ergeben sich verschiedene Perspektiven, ohne Rückzugsmöglichkeiten vorzuenthalten. Schließlich wollen wir mittels dieser Tierbeobachtung bei unseren Besuchern auch Verständnis für die Bedürfnisse dieses Wildtieres wecken. Neben Krautpflanzen im Wasser und Gelände bieten wir den Bibern frische Gehölze in sogenannten Futterhülsen, die sie fällen und als Futter oder Einstreu nutzen.

Bei der Planung der Anlage und des Betriebes sind nicht nur allgemeine zoologische Erfahrungen eingeflossen. Insbesondere die ausgewiesenen Experten der Biberreferenzstelle des Landes Sachsen-Anhalt haben uns maßgeblich unterstützt, wofür wir auch an dieser Stelle unseren Dank aussprechen möchten.