Sonderausstellung: Rotmilan - Land zum Leben

Plakat zur Sonderausstellung Rotmilan im Biosphaerium Elbtalaue (pdf-Datei, 151 KB)

Deutschlands heimischer Wappenvogel

Bis zum 28. August 2022 steht der Rotmilan im Mittelpunkt dieser Sonderausstellung. Wenn auch der Adler der Wappenvogel der Bundesrepublik Deutschland ist, so könnte es eigentlich auch der Rotmilan sein, hat dieser europäische Greifvogel doch seinen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Und er zieht am Himmel über der Elbtalaue vor allem im Sommerhalbjahr häufig und leicht erkennbar seine Kreise.

In der von der Deutschen Wildtier Stiftung erstellten Wanderausstellung werden nicht nur die Besonderheiten dieses eleganten Tieres vorgestellt – so ist der Rotmilan ein typischer Teilzieher, d.h. ein Teil der Bestände zieht im Winter nach Südeuropa. Im Mittelpunkt steht auch das Projekt „Land zum Leben“, in welchem die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von moderner Landwirtschaft und dem Schutz des Rotmilans aufgezeigt werden.

Das Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“ hat eine besondere Verpflichtung im Rotmilan-Schutz. So ist dieser nach der EU-Vogelschutzrichtlinie eine besonders geschützte und im Vogelschutzgebiet Niedersächsische Mittelelbe „wertbestimmende“ Art. Das Biosphärenreservat ist mit mehreren Dutzend Brutpaaren einer der niedersachsenweit wichtigsten Lebensräume dieser Art. Nach dem Besuch der Sonderausstellung werden die Gäste des Biosphaeriums ihren Blick sicher häufiger gen Himmel richten.

Im Vogelschutzgebiet Niedersächsische Mittelelbe werden im mehrjährigen Turnus Brutvogelkartierungen durchgeführt. Hierbei werden auch die Horstbäume der Milane erfasst. Das Biosphärenreservat ist mit mindestens 65 Brutpaaren einer der landesweit wichtigsten Lebensräume dieser Art. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat nach dem Landkreis Göttingen die zweithöchste Siedlungsdichte des Rotmilans in Niedersachsen. Wichtige Lebensräume befinden sich auch in der Lüneburger Elbmarsch und im Amt Neuhaus. Rotmilane sind Vögel der Offenlandschaft. Sie brüten gerne an Waldrändern auf hohen Bäumen. Als reviertreue Art patrouillieren sie in langsam kreisendem Flug über Wiesen, Felder und Gewässer auf der Suche nach Mäusen, Aas oder toten Fischen. Häufig begleiten sie den Landwirt bei der Bestellung und Ernte von Wiesen und Feldern, um Mahdopfer sowie Insekten, Mäuse und Regenwürmer aufzulesen.