Sonderausstellung „Moor, Klimaschutz und Paludi-Kultur"

bis 30. September 2021

Zum einen sind Moore prägende Teile der norddeutschen Landschaft. Auch wenn heute nur noch wenige Moore – sowohl Hoch- wie Niedermoore – naturnah erhalten sind, so sind doch große Flächen ehemaliger Moorstandorte in landwirtschaftlicher Nutzung.

Zum anderen wird das Thema Klimaschutz von vielen Menschen als wichtiges politisches und gesellschaftliches Thema eingestuft. Doch was kann eigentlich ganz praktisch getan werden, um dem menschlich gemachten Klimawandel entgegen zu wirken und welche Rolle können – aktuelle und ehemalige – Moorstandorte dabei spielen?

Intakte Moore sind Klimaschützer. Moore bedecken nur 3 % der Landfläche der Welt, aber sie speichern sehr viel Kohlenstoff – doppelt so viel wie die gesamte Biomasse aller Wälder der Erde. Moore filtern Wasser. Moore kühlen durch Verdunstung. Moore sind Lebensräume für spezialisierte Arten. Dies gilt aber nur für nasse Moore; die entwässerten Moore in Deutschland emittieren doppelt so viel an Treibhausgasen wie der gesamte Flugverkehr von und nach Deutschland.

Es müssen also nicht nur die intakten Moorflächen ins Blickfeld rücken, sondern vor allem auch die große Anzahl an landwirtschaftlichen Flächen auf ehemaligen Moorstandorten. Gerade durch eine nachhaltige Nutzung nasser Moorflächen, genannt Paludikultur („palus“ – lat. „Sumpf, Morast“), lassen sich schädliche Klimagase reduzieren und zahlreiche nachwachsende Rohstoffe erzeugen. Ganz nach dem Motto „Schilf im Kessel, Rohrkolben in der Wand oder Torfmoos auf dem Teller“.

Konkrete Ansätze und praktische Erfahrungen zum Moorschutz und zur Paludikultur zeigt die Sonderausstellung „Moor, Klimaschutz und Paludi-Kultur“ im Biosphaerium Elbtalaue.

Die Ausstellung wurde entwickelt im MoorDialog, einem Projekt des Greifswald Moor Centrum im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).